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Die alte Dorfkirche ist ein einfacher, verputzter Backsteinbau. Sie ist einschiffig, flachgedeckt und hat einen gerundeten Ostschluß. Schon bei der Ersterwähnung Golms, 1289, stand an dieser Stelle wohl die alte Dorfkirche. Der Kern des Bauwerks wird dem 16. Jh. zugerechnet. Anfang des 18. Jh. wurde die Kirche umgebaut und durch einen gedrungenen quadratischen Westturm mit Zeltdach ergänzt. Schon 1778 war wegen Baufälligkeit des Bauwerks und wachsender Bevölkerung ein Neubau beantragt worden. Statt dessen ist die Kirche immer wieder repariert worden. Nach einem Antrag des Gemeindekirchenrats und der Gemeindevertretung im Jahr 1878, zu dem der Bauerngutsbesitzer, Kirchenälteste und Schulvorsteher Heinrich Heese die Anregung gegeben hatte, wurde von der Königlichen Regierung in Potsdam ein Neubau ins Auge gefasst. Der vom Kreisbauinspektor Gette 1880 vorgelegte Entwurf kam jedoch nicht zur Ausführung, da er mit einem Kostenanschlag von 200.000 Mark recht teuer war und der Umbau der benachbarten Kirchen in Eiche und Bornstedt Vorrang hatte. Dem Ortspfarrer Reifenrath gelang es jedoch bei Gelegenheit der Einweihung der umgebauten Kirche zu Eiche (16. April 1882), den Kronprinzen Friedrich Wilhelm (späterer Kaiser Friedrich III.) so dafür zu interessieren, dass er sich des Kirchbauprojektes annahm. Ihm und seiner Frau Viktoria ist es zudem zu verdanken, dass die alte Kirche erhalten blieb und zu einer Begräbniskapelle umgebaut werden konnte.
Sicher ist es nur eine heitere Anekdote, wenn berichtet wird, für den Kronprinz sei Anlass gewesen, sich für den Neubau der Kirche

einzusetzen, weil es während einer Traurede des Geistlichen in den 70er Jahren des 19. Jh. durch das schadhafte Dach des baufälligen Kirchleins geregnet hätte. Damit das Brautpaar nicht nass würde, sei ein Regenschirm aufgespannt und über das Brautpaar gehalten worden. Der Kronprinz und seine Frau widmeten sich seit Anfang der 80er Jahre des 19. Jh. den Kirchen auf ihren Gütern und in der Umgebung von Potsdam. Im Frühsommer 1881 hatte der Kronprinz erfahren, dass ein kirchliches Bauvorhaben („Umbau der Gemeindekirche“) in Golm geplant sei. Er liess sich Ende Juni 1881 Unterlagen kommen, die ihm umgehend in einer Mappe mit einem Erläuterungsbericht, einem Kostenüberschlag und sieben Blatt Zeichnungen zum Neubau der Kirche in Golm überbracht wurden. Jedoch schon am 1. Juli 1881 schickte sein Adjutant diese Mappe ohne Angabe von Gründen zurück. Die Absicht des kronprinzlichen Paares war es nach Darstellung des Ortspfarrers, „wahre Frömmigkeit auch durch Erbauung würdiger Gotteshäuser zu erhalten und zu wecken“.
Am 16. November 1882 überzeugte sich der Kronprinz allein und sechs Tage später im Beisein seiner Gemahlin vom schlechten Zustand der alten Kirche in Golm. Aus der Sicht des Ortspfarrers war es „endlich die innige Dankbarkeit der Höchsten Herrschaften für Gottes gnadenreiche Führungen“, die die neue Kirche zur bleibenden Erinnerung an ihre am 25. Januar 1883 gefeierte Silberhochzeit bestimmt hat. So wurde der Beschluss gefasst, die alten Dorfkirche nun doch nicht zu reparieren, sondern eine neue Kirche zu errichten.