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Regenrinne an der Kirche wiederentdeckt
Sanierung der Kaiser-Friedrich-Kirche

Eine Maßnahme zur Sanierung der Golmer Kirche ist zwar ganz anders als geplant, aber dennoch zu unserer größten Zufriedenheit ausgegangen.
Wir haben seit einigen Jahren das Problem, dass es bei starken Regenfällen aufgrund der Hanglage am Reiherberg zu Erosionen auf dem Vorplatz der Kirche gekommen ist. In der Folge lagerten sich ausgespülter Sand und Steine in großen Mengen auf der Geiselbergstraße ab, was dort zu Problemen führte. In Abstimmung mit der Kirchengemeinde hat der Kirchbauverein kurzfristig beschlossen, eine Ablaufrinne aus den vorhandenen Pflastersteinen anlegen zu lassen, um das ankommende Wasser gezielt abzuleiten. In diesem Zusammenhang sollten auch die abgesackten Eingangsstufen zum Abstellraum wieder neu und passgerecht gesetzt werden. Mit Beginn der geplanten Arbeiten durch Fachleute gab es gleich die erste Änderung. Die Probeschachtung neben der Tür zum Abstellraum brachte, wie von einigen zuvor vermutet, eine kleine Rinne aus Ziegeln zum Vorschein, wie sie auch auf der anderen Seite der Kirche sichtbar ist. Da man wohl schon mit dem Bau der Kirche erkannt hatte, dass es durch Regenwasser in Verbindung mit der Lage am Reiherberg Probleme geben könnte, ist es logisch, dass diese kleine Rinne nicht einfach so neben der Kirche enden kann... Bedeckt von 20 bis 30 cm Boden haben die Arbeiter Meter für Meter einen vollständig gepflasterten Ablauf von ca. 60 cm Breite in Richtung Parkplatz freigelegt, der bis über den aufgestapelten Steinwall hinaus reicht. Er endet jetzt dort in einer Versickerungsmulde. Im Nachhinein sagt man nun: „Na, ist ja logisch!“ Der nächste Regen zeigte dann auch gleich, dass die Rinne funktioniert.

Eine neue Rinne war folglich nicht erforderlich! Die Treppenstufen liegen jetzt auch wieder so, wie sie liegen sollten. Nebenbei sind im Boden vor der Treppe die Reste einer Bleiverglasung aufgetaucht. Vielleicht sind sie sogar von einem der Rundfenster, die einmal die Wappen der Golmer Adelsfamilien enthielten. Die Reste wurden erst einmal gesichert und müssen in Ruhe gesichtet werden.

Da der Arbeitsumfang nun geringer ausfiel als geplant, haben wir die „Gunst der Stunde" und die Fachkräfte und Technik, die wir vor Ort hatten, genutzt und den überschüssigen Boden an der Hinterseite der Kirche gleich mit auf das ursprüngliche Niveau abtragen lassen, um dem Wasser aus den Fallrohren das Abfließen zu ermöglichen. Das Regenwasser versickert bisher direkt am bzw. in den Natursteinsockel. Und auch hier konnte eine vollständig erhaltene Rinne aus Ziegeln direkt am Gebäudesockel sowie eine Einfassung unter 30 bis 40 cm Boden freigelegt werden.

Wir hoffen, dass wir damit das Erosionsproblem in Zukunft deutlich abschwächen können. Besonders erfreulich ist, dass vergessene historische Strukturen nun wieder sichtbar und nutzbar sind.